Bizarre Wüstenlandschaft im Südosten Kaliforniens

225 km östlich von Los Angelas und in der Nähe der Stadt Palm Springs liegt einer der schönsten Nationalparks im Südwesten der USA. Der Park ist Heimat der Josua-Palmlinien. Die damaligen, durch das Land ziehenden Mormonen, erkannten in den Bäumen die Gestalt Ihres Propheten Joshua und gaben dem Park so ihren Namen.

Der faszinierende Übergang von der höher gelegenen Mojave-Wüste zur tieferen Colorado-Wüste machen den Reiz dieser Landschaft aus.

Die touristische Infrastruktur des Parks ist lange nicht so ausgebaut wie in den besonders bei Touristen beliebten Parks Yosemite oder Sequoia. Das hat allerdings den großen Vorteil nicht überfüllter Straßen, Campingplätze und Wanderwege.

Die Anreise in den Park erfolgt über die drei Eingänge im Norden oder über den Parkeingang im Süden. Wir kommen aus Süden von der Interstate 10 und fahren über die Cottonwood Mountains bis zum gleichnamigen Visitor Center.

Nach einem kurzen Besuch im Visitor Center folgen wir der Pinto Basin Road nach Norden. Eingerahmt von den Pinto Mountains im Westen und den Hexte Mountains im Osten wirkt die Wüste nahezu unberührt.

Mit dem Cholla Cactus Garden halten wir an einem der Haltepunkte entlang der Straße. Einer kleiner Lehrpfad führt uns durch die Kakteen-Kolonie. Aber Vorsicht ist angesagt, denn die eher fusselig als dornig wirkenden Kakteen haben 2,5 cm lange Stacheln mit mikroskopisch kleinen Widerhaken, die nur schmerzhaft zu entfernen sind. Diese Erfahrung machte auch gerade ein Besucher in unserer Nähe, der die überall auf dem Weg aufgestellten Warnschilder wohl nur unzureichend beachtete. Anstatt die Schönheit der Natur zu genießen, war sein Wegbegleiter mit dem schmerzhaften Entfernen der Widerhaken beschäftigt.

Aufgrund des flauschig aussehenden Stachelkleides nennt man diese Kakteenart auch liebevoll "Teddy Bear Cholla".

Wenige Kilometer weiter verlassen wir die Pinto Basin Road und biegen links auf den Park Boulevard ab. Wir erreichen den Jumbo Rock Campground und spazieren durch atemberaubende Felsformationen wie etwa dem Skull Rock, der wie ein gigantischer Totenschädel aussieht.

Bei Hidden Valley machen wir auf dem Nature Trail ein kleine Wanderung und genießen die Ruhe der Wüste und die unbeschreiblich spektakuläre Natur, die uns umgibt.

Leider haben wir nur einen knappen Tag zur Verfügung und so verlassen wir über den Ausgang am Joshua Tree Visitor Center diesen beeindruckenden Nationalpark viel zu früh. Der Joshua Tree NP verfügt über wunderschöne Wanderwege, die man allerdings im Frühling oder im Herbst begehen sollte. An dem heutigen Sommertag liegen die Temperaturen weit über 40 Grad. Wir kommen auf jeden Fall wieder.

Unser Fazit

Wer eine einzigartige Wüstenlandschaft hautnah erleben will, ist hier genau am richtigen Platz. Auf den zahlreichen Campgrounds entlang der Straßen kann man wunderschön picknicken und die Ruhe und Stille der Wüste genießen. Wer eine Nacht auf den Campgrounds verbringen möchte, sollte am besten vorher reservieren. Für Backcountry-Camping sind Erlaubnisse erforderlich, die man an den Besucherzentren erhalten kann.

Die Hauptstraßen durch den Park sind in hervorragendem Zustand und bringen den Besucher zu fast allen Sehenswürdigkeiten im Joshua Tree.

Joshua Tree Fakten

Staat: Kalifornien

Gegründet: 1936 zum National Monument und 1994 zum Nationalpark

Größe: 3213 Quadratkilometer

Nächsten Städte: Twentynine Palms, Yucca Valley und Joshua Tree

Wanderungen im Nationalpark

  1. Lost Palms Oasis Trail - 11,5 km
  2. Panorama View Loop - 10 km
  3. 49 Palm Oasis - 4,8 km
  4. Boy Scout Trail - 27 km ( 2 Tage)
  5. California Riding & Hiking Trail - 60 km ( 3 Tage)

Der Joshua Tree NP befindet sich in einer Wüstengegend. Die Temperaturen bewegen sich im Sommer bei weit über 40 Grad und auch nachts bleibt es sehr warm. Mit Regen ist so gut wie gar nicht zu rechnen. Auf längere Wandertouren sollte man verzichten. Im Winter ist es tagsüber deutlich angenehmer, dafür können die Temperaturen nachts unter 0 Grad fallen.

Beste Wanderzeit ist der Frühling und der Herbst. Heftige Regenfälle und Springfluten sind jederzeit möglich.

Tierwelt

Das Tierleben im Joshua Tree Nationalpark ist sehr vielfältig. Die besten Chancen Tiere zu sehen bestehen bei Sonnenauf- oder -untergang.

Am Barker Damm im Quellgebiet Cottonwood Springs und in 49 Palm Oasis kann man mit ein wenig Glück die im Park lebenden Dickhornschafe beobachten. Charakteristisch sind die gebogenen Hörner der Tiere.

Auch auf Kojoten trifft man während einer Wanderung schon mal. Vor allem bei Sonnenuntergang und nachts hört man vom Campingplatz aus häufig ihr heulen und jaulen.

Einige giftige Tiere sind im Park beheimatet. Allein sieben Arten von Klapperschlangen leben im Park wie die Red Diamond und die Northern Mojave Klapperschlange. Falls Sie ein Exemplar sehen oder hören ist äußerste Vorsicht geboten. Bewegen Sie sich äußerst langsam und machen Sie am besten einen großen Bogen um die Tiere.

Auch giftige Skorpione und Spinnen sind im Park vertreten. Achten Sie beim wandern und campen immer darauf wo Sie Hände und Füße platzieren.

Lassen Sie Wildtiere wild leben. Alle Tiere können bei Annäherung gefährlich werden.

Unterkunft

Es gibt im Park keine Übernachtungsmöglichkeit und die einzige Möglichkeit der Übernachtung ist das Camping. Der Park verfügt über 8 Campingplätze. Die Campgrounds im Park sind fantastisch und befinden sich in einer einzigartigen, unberührten Natur. Ich persönlich kann mir nichts schöneres vorstellen als beim einschlafen den tollen Sternenhimmel zu genießen und in der Ferne dem Geheule der Kojoten zu lauschen.

Wem das alles doch zu viel Abenteuer ist, dem stehen tolle Unterkünfte außerhalb des Parks zur Verfügung.

Highlights im Park

  • Wanderung auf dem California Riding & Hiking Trail
  • Camping im Park
  • Mit dem Auto von Westen nach Osten über den Park Boulevard
  • Cholla Cactus Garden
  • Black Rock & Indian Cove
  • Die Kletterplätze Hall of Horrors und Oyster Bar
  • Den Sternenhimmel beobachten
  • Lost Horse Valley - Hier ist der Bestand an Josua-Bäumen am dichtesten.